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Mirakelmann

Die bewegliche, lebensgroße Skulptur aus Lindenholz ist eines der ganz wenigen dieser Art in Europa erhaltenen Beispiele mittelalterlicher Frömmigkeit. Derartige Christusfiguren wurden bei Mysterien- und Passionsspielen verwendet, d.h. mit einer solchen Figur konnte der Leidensweg Christi (die Kreuzigung, die Kreuzabnahme und die Grablegung) bildhaft dargestellt werden. Die 1,80 Meter große farbig gefasste Figur wurde um 1500 geschaffen. Einzigartig ist die wohl nach einem Leichnam modellierte, sehr realistische und anatomisch exakte Darstellung eines Toten. Mit dem wächsern-bleichen Inkarnat und den bläulich schimmernden Schattierungen und Adern sowie mit den leuchtend dunkelroten Blutbahnen wurde größter Wert auf unbedingte Realitätsnähe zu einem toten Körper gelegt. Durch die Verwendung dunkelbrauner bzw. schwarzer Tierhaare für Bart und Kopfhaar (größtenteils verloren) wurde diese Wirkung noch gesteigert. Arme, Beine und Kopf sind durch Ledereinsätze, z.T. mit Metallscharnieren, voll beweglich und konnten durch unsichtbare Stricke bewegt werden. Mit dem textilen Lendentuch und durch die Farbfassung aller Lederteile wurden diese Verbindungen kaschiert.

Im Hohlen Rumpf ist eine Vertiefung für ein hölzernes ehemals verschließbares Gefäß, das mit der Brustwunde in Verbindung steht. Während der Passionsspiele stieß ein Soldat seine Lanze in die Seite des gekreuzigten Körpers. Dabei wurde die zuvor mit Wachs verschlossene und durch Hautfarbe verdeckte Wunde geöffnet und aus dem mit rotgefärbter Flüssigkeit (evtl. Tierblut) gefüllten Gefäß strömte das "Blut" aus der Brustwunde.

Mit der Einführung der Reformation hing die Figur, ursprünglich mit Kreuz, an einem Pfeiler im Schiff der Kirche. Nach der Restaurierung 1998 - 2000 wurde sie in einer neu angefertigten Holzlade (in Nachbildung eines Heiligen Grabes) im nördlichen Seitenschiff aufbewahrt. Zur Hochwasserkatastrophe im August 2002 wurde der Mirakelmann so stark beschädigt - er lag zwei Tage im Wasser im Kirchenschiff - , so dass er wieder ins Landesamt für Denkmalpflege nach Dresden gebracht wurde. Nach einer mehrmonatigen Trocknungsphase und einer erneuten Restaurierung ist der Mirakelmann seit dem 06. Juli 2005 wieder in der St. Nicolaikirche zu sehen.

Zu besichtigen ist der Mirakelmann zu den Öffnungszeiten der Kirche.